Wir brauchten mit sicherlich keine GEZ-Steuer für schlechtes Fernsehen und ungefragt ins Netz gekippte Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bezahlen. Niemals nicht würde sich ein Volk, selbst das Deutsche, einen solchen Quatsch ausdenken. Dafür würde es sich vielleicht eine finanzielle Grundversorgung gönnen. Möglicherweise würde sich ein selbstbestimmtes Volk auch für eine medizinische Betreuung entscheiden und den Popanz von Krankenkassen und medizinischen Berufsständen auf den Mond schießen.
Denkbar auch, dass Menschen endlich denken dürften, leise wie laut. In der Schule, an der Arbeit, coram publico. Man dürfte ungestraft Neger Neger nennen, zumindest wenn sie sich selbst immer Neger nannten. Und man dürfte diese Lappalie sogar so verlinken, dass sie sinnhaft würde. Man dürfte Schertz um Schertz erzählen, ohne für jeden einzelnen mit einer Zehner- bis Zwanzigerpotenz an Zivilverfahren überzogen zu werden. Es gäbe überhaupt Gerichte, die einmal bekundeten, keine Ahnung von etwas zu haben und mithin keine Verurteilung im Namen des Volkes herbeisinnierten.
Vor meinem geistigen Auge sehe ich eine vom Volk selbst festgelegte "Steuer- und Abgabenquote", über deren Verwendung die Zahler entscheiden. Ich sehe eine
simple, aber effektive Müllverwertung, bei der es nicht auf ihren vorwegwerflichen Inhalt ankommt. Hingegen sehe ich kein Atomkraftwerk und keine Tierversuche für Kosmetika, keinen Blockwart und keinen freilaufenden Pederasten. Ich habe auch kein Bild von Journalisten, die an den Lippen von Lobbyisten literweise Belanglosigkeit schlürfen. Je mehr ich schaue, um so weniger weiß ich, was eigentlich ein Bundesverwaltungsamt war und was eine IHK, eine KSK, ein BAFA, BfF, BfS, BWB ...
Ich frage mich, wie viele Kinder ein freies Volk wohl für sein Interesse an Koltan verrecken lassen würde und wie viele Menschenopfer man sich im Rahmen eines politischen Embargos leisten würde. Wie viele Tote wäre der Medikamenten-Export wert und wie viele die Hygienephobie deutscher Ärzte (derzeit jährlich 40.000
Schwindelig werden kann es einem, bei so vielen Fragen nach Leben und Tod, richtig und falsch, Macht und Ohnmacht, Glück und Elend, doch gottlob sind wir ja dessen Schmiede nicht.




