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Freitag, 03.September 2010
 
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Heinrich Heine | 29.11.2007

Das Sklavenschiff

Der Superkargo Mynheer van Koek
Sitzt rechnend in seiner Kajüte;
Er kalkuliert der Ladung Betrag
Und die probabeln Profite. ::: MEHR :::

Historisches über: | 21.07.2007

Die Kunst der Journalisten

Übertreibung in jeder Art ist der Zeitungsschreiberei eben so wesentlich, wie der dramatischen Kunst: Denn es gilt, aus jedem Vorfall möglichst viel zu machen. Daher auch sind alle Zeitungsschreiber, von Handwerks wegen, Alarmisten: Dies ist ihre Art, sich interessant zu machen. Sie gleichen aber dadurch den kleinen Hunden, die bei allem, was sich irgend regt, sogleich ein lautes Gebell erheben. Hiernach hat man seine Beachtung ihrer Alarmtrompete abzumessen, damit sie keinem die Verdauung verderbe.

(Arthur Schopenhauer)

Heinrich Heine | 31.01.2007

Klage für Satiriker

Sie haben dir viel erzählet,
Und haben viel geklagt;
Doch was meine Seele gequälet,
Das haben sie nicht gesagt.
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Kurt Tucholsky | 27.09.2006

Der Mensch

Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenns ihm gut geht, und eine, wenns ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion. Der Mensch ist ein Wirbeltier und hat eine unsterbliche Seele, sowie auch ein Vaterland, damit er nicht zu übermütig wird. Der Mensch wird auf natürlichem Wege hergestellt, doch empfindet er dies als unnatürlich und spricht nicht gern davon. Er wird gemacht, hingegen nicht gefragt, ob er auch gemacht werden wolle. ::: MEHR :::

Christian Morgenstern | 18.08.2006

Die Westküsten


Die Westküsten traten eines Tages zusammen
und erklärten, sie seien keine Westküsten,
weder Ostküsten noch Westküsten -
"dass sie nicht wüssten!"
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Historische Vaterlandsbegeisterung | 24.07.2006

Noch ist Polen nicht verloren

Zwei Ritter

Crapülinski und Waschlapski
Polen aus der Polakei,
fochten für die Freiheit, gegen
Moskowiter-Tyrannei.
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Alte, neue Gedichte | 01.06.2006

Weltlauf

Hat man viel, so wird man bald
Noch viel mehr dazu bekommen.
Wer nur wenig hat, dem wird
Auch das wenige genommen.

Wenn du aber gar nichts hast,
Ach, so lasse dich begraben -
Denn ein Recht zum Leben, Lump,
Haben nur die etwas haben.

(Heinrich Heine)

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Satire-Klassiker | 14.04.2006

Kurt Tucholsky: Ein Ferngespräch

»Hier ist nochmals das Fernamt. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie möglichst langsam und möglichst dialektfrei sprechen müssen; der Telefonverkehr für solche Gespräche, wie Sie eins angemeldet haben, ist zwar freigegeben - aber nur unter der Bedingung, dass der dortige Überwachungsbeamte den Gesprächen folgen kann. Wir haben nun die Erfahrung gemacht, dass regelmäßig getrennt wird, wenn die Teilnehmer Dialekte oder fremde Sprachen sprechen. Wir weisen Sie in Ihrem Interesse darauf hin.« »Ja doch. Allemal. Na jewiß doch.« ::: MEHR :::

Deutschland, Deutschland über alles | 08.04.2006

Kurt Tucholsky: Der Verkehr

Der Verkehr ist in Deutschland zu einer nationalen Zwangsvorstellung geworden. Zunächst sind die deutschen Städter auf ihren Verkehr stolz. Ich habe nie ergründen können, aus welchem Grunde. Krach auf den Straßen, Staub und viele Autos sind die Begleiterscheinung eines Städtebaues, der mit den neuen Formen nicht fertig wird - wie kann man darauf stolz sein? Es ist wohl so, dass sich der Einzelne als irgendetwas fühlen muss - der soziale Geltungsdrang, an so vielen Stellen abgestoppt, gebremst, zunichte gemacht, findet hier sein Ventil und dringt zischend ins Freie. »Was sagen Sie zu dem Verkehr bei uns?« Da sagen wir denn also, dass er überall in Deutschland, ohne jede Ausnahme, viel kleiner ist als etwa der in Paris - die Pariser aber sind über ihre verunstalteten Boulevards todunglücklich und trauern der alten, schönen Zeit nach, da man dort noch spazieren gehen konnte... heute bläst es aus tausend Hupen. ::: MEHR :::

Journalismus-Kritik | 03.03.2006

Tagelöhner

Eine große Menge schlechter Schriftsteller lebt allein von der Narrheit des Publikums, nichts lesen zu wollen, als was heute gedruckt ist: - die Journalisten. Treffend benannt! Verdeutscht würde es heißen „Tagelöhner.“Arthur Schopenhauer ::: MEHR :::

Karikaturen für alle Minderheiten | 03.02.2006

"Wir sind Papst"

Heute etwas Historisches für alle Katholen: "Ich bin der Papst" (französischer Stich aus dem 15. Jahrhundert)

Kurt Tucholsky | 25.01.2006

Ein Ehepaar erzählt einen Witz

Herr Panter, wir haben gestern einen so reizenden Witz gehört, den müssen wir Ihnen... also den muß ich Ihnen erzählen. Mein Mann kannte ihn schon... aber er ist zu reizend. Also passen Sie auf. [von Kurt Tucholsky] ::: MEHR :::

Gedenken | 19.01.2006

Hoffmann von Fallersleben

(1798 - 1874), Germanist und Dichter
... dichtete zeitlose Klassiker wie "Ein Männlein steht im Walde", "Morgen kommt der Weihnachtsmann" und "Summ, summ, summ, Bienchen summ herum", sowie - Anno 1841 auf Helgoland - diesen Gassenhauer , der ebenfalls gerne, mit variierender Strophenzahl, in geselliger Runde gesungen wird. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben starb heute vor 132 Jahren.

Und sie bewegt sich eben doch nicht | 08.01.2006

Rauchen für den Staat

"Wenn die Zigarre glimmt, setzt der Mechanismus sich in Bewegung. Das Alter wird versorgt, der Unfall wird versichert, und wenn man stark pustet, fallen die unteren Steuerstufen von selber fort." (von 1881) ::: MEHR :::

Heine-Jahr | 03.01.2006

Das Fräulein stand am Meere...

Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre
Der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! sei`n Sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorn geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.

Heinrich Heine

::: MEHR :::

Ludwig Eichrodt | 23.12.2005

Akademische Wanderlust

Nach Krakelien, nach Krakelien
Nach dem wein- und kümmelseligen
Wirbelt mich, ihr Göttlichen!
Wo die Pfropfe festlich böllern,
Wo aus klaftertiefen KellernNektar und Ambrosia wehn. ::: MEHR :::

Gedicht | 16.10.2005

Koaltitionsverhandlungen

Wenn schlechte Leute zanken, riecht’s übel um sie her;
doch wenn sie sich versöhnen, so stinkt es noch viel mehr!

Gottfried Keller

Historische Karikatur | 15.10.2005

Im Milchkrieg


"Was treibt ihr für einen Milchwucher! Der liebe Gott wird euch strafen und das Bier teurer werden lassen!"

Josef Benedict Engl, Simplicissimus 38/1906 ::: MEHR :::

Historische Karikatur | 13.10.2005

Der Knoten


Ein Knoten in meinem Schnupftuch?! Was hat das zu bedeuten? - Da hab' ich an was denken wollen. He, Kammerdiener - ::: MEHR :::

Gedicht am Sonntag | 05.08.2005

Nutzen

Wer immer nach dem Nutzen strebt,
der glaubt wohl, dass er ewig lebt,
sonst würd’ er vor der Frage stutzen:
Am letzten Tag, wo bleibt der Nutzen?

Oskar Blumenthal

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Gedicht | 05.08.2005

Herrschaft

Glaub mir, die Herrschaft ist ein Zauber eigner Art,
und stark genug, den Stärkesten zu betören.
Wer oben steht, mag keine Weisheit hören,
und würde sie von Engelchören
ihm durch ein Wunder offenbart.
Emanuel Geibel ::: MEHR :::

Gedicht | 01.08.2005

Die beste Staatverfassung

Diese nur kann ich dafür erkennen, die jedem erleichtert,
gut zu denken, doch nie, daß er so denke, bedarf.

Friedrich Schiller
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Gedicht am Sonntag | 31.07.2005

Die Gaben

Es war ein Pastor, wer weiß wo?
Der predigte nur leeres Stroh,
und manche Klage war geschehn.
Ihn selbst zu hören und zu sehn,
beschloß der Superintendent.
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Gedicht | 30.07.2005

Die unmögliche Tatsache

Palmström, etwas schon an Jahren,
wird an einer Straßenbeuge
und von einem Kraftfahrzeuge
überfahren.
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Gedicht | 29.07.2005

Richtszene

Zugehaun! Was trödelt er?
Ich werd doch nicht ewig knien sollen! –
„Sie sind ja längst geköpft, mein Herr!
Wenn gütigst Sie nur schütteln wollen!“

Friedrich Haug ::: MEHR :::

Gedicht | 28.07.2005

Humor

Man spricht von Humor jetzt oft und viel
und denkt dabei nur an ein leeres Spiel.
Mancher kursiert als Humorist,
der nichts weiter als Spaßmacher ist,
::: MEHR :::

Heinrich Heine | 13.07.2005

Doktrin

Schlage die Trommel und fürchte dich nicht,
Und küsse die Marketenderin!
Das ist die ganze Wissenschaft,
Das ist der Bücher tiefster Sinn. ::: MEHR :::

Alte Satiriker | 01.05.2005

Erster-Mai-Blondinen-Witz

Mein Knecht! steh auf und sattle schnell, / Und wirf dich auf dein Roß, / Und jage rasch durch Wald und Feld / Nach König Dunkans Schloß ::: MEHR :::

Satiriker von A bis Ohoh | 17.04.2005

Melkkühe, nationale

Was ist der Bürger, der zahlt die Steuern,

Um sich selbst noch das Brot zu verteuern,

Anders als eine melkende Kuh? –

Höchstens noch ein Esel dazu

(Aus: Frank Wedekind, "Ein politisch Lied", veröffentlicht im "Simplicissimus")

Satiriker von A bis Oh, oh (2) | 27.03.2005

Die tut nichts...

Vorsicht! Satire ist bissig, giftsprühend, aber dennoch selten tödlich. Die Gemeinten machen einfach weiter. Weshalb auch lange tote Satiriker immer noch zeitgemäße Opfer finden. Im Folgenden züngeln sie zu „Lungenkrebs, staatseinnahmenfördernder“, „Dada“, „Bürger in Uniform“, „Prominente, tote“ und „Staatsakt“. ::: MEHR :::

Satiriker von A bis OhOh | 20.03.2005

Ameisen und Bullenschweine

Früher war es auch nicht besser und die Schandmäuler mussten sich schon damals selbiges über die immer noch bekannten Schändlichkeiten zerreißen. Deswegen lässt der Helgoländer Vorbote sie auch einfach selber zu Wort kommen: Satiriker sagen schlimme Dinge über schlimmere Dinge. In Teil 1: Diensteifer, Palästina-Politiker, Bullenschweine, Überstunden, Massensterben. ::: MEHR :::

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