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Sprachpazifismus | 05.07.2009 | druckansicht

Schwarzer Neger auf Abwegen

Neger soll man nicht sagen zu Menschen mit genetisch bedingt dunkler Hautfarbe. Schließlich ist die internationale Selbstbezeichnung "Nigger". Doch der "Arbeitskreis Panafrikanismus München", dem offenbar wesentlich Menschen aus der "afrikanischen Diaspora" angehören, hat ein anderes Problem mit Negern. Er beklagt  beim bayerischen Innenministerium die Diskriminierung von Weißbier und Speiseeis, werden diese doch bisweilen bajuwarisch humoresk "Neger" genannt. In einer zur öffentlichen Unterzeichnung angebotenen Resolution stellen die Panafrikanisten fest: "Diese Diskriminierung im öffentlichen Raum legitimiert Rassismus, da sie vom bayrischen Staat wissentlich gebilligt wird. Sie ist Ursache zahlreicher Auseinandersetzungen und stört somit den sozialen Frieden."
Die Resolution fordert " von der bayerischen Staatsregierung, den Begriff Neger zur Benennung eines Bier-Mixgetränkes (Cola-Weizen) im öffentlichen Raum zeitnah abzuschaffen und durch ein anderes Wort zu ersetzen." Das sollte kein großes Problem sein. Anbieten würde sich vom Fablichen her ja "Nazi", wenn der Begriff nicht bereits von den Nationalsozialisten beansprucht würde und "Brauni" eine geschützte Marke der Milchwerke Westfalen  wäre. Vielleicht ist ja "Cola-Weizen" noch frei.

Schwieriger ist es natürlich, was die bayerische Staatsregierung dann mit dem einkassierten "Neger" macht. Soll sie ihn zusammen mit Hitlers Kampf in den Giftschrank sperren, was derzeit als äußerst unsicheres Endlager gilt? Besser wäre sicherlich, den Neger im Verkehr zu belassen, aber das mit ihm bezeichnete Produkt zu ändern. So könnte die "Queen of Night" etwa mit Neger eingedeutscht werden. Oder die sprachlich nicht sehr ästhetische "Kohte" . Noch sicherer erscheint allerdings, sich ganz vom schwarzen Bezug zu lösen. Wird nicht alle paar Wochen in einem Wettbewerb ein Wort für "nicht mehr durstig" gesucht? Neger wäre dann frei. "Noch ein Cola-Weizen?" "Nein danke, ich bin neger."

Kommentare

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06.07.09 09:39, Jurtenland - Ralph Fröhlich

So unschön ist die Kohte, deren sprachlicher Ursprung in der samischen Sprache liegt doch gar nicht (siehe: http://www.jurtenland.de/kohte ).Und nur um dem Begriff ein neues Bild zu geben macht es doch wenig Sinn einem ästhetischen, einfachen Zelt eine Bezeichnung zu geben, die im Laufe der Zeit die political correctness verloren hat. Übrigens wegen des samischen Urspungs der Kota: die Samen haben auch ein Problem, wenn man sie Lappen nennt. Trotzdem werden diese in unserer Region nicht aus der Küche verbannt.

06.07.09 09:50, Jurtenland - Ralph Fröhlich

nochmal ein Versuch wegen des Links :-) Die Herkuft der Kohte

06.07.09 09:59, Jurtenland - Ralph Fröhlich

nochmal ein Versuch wegen des Links :-) Die Herkuft der Kohte

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