15 Jahre tierexperimentelle Alkoholforschung in Deutschland hat keine relevanten Ergebnisse für alkoholkranke Menschen erzielt! So lautet das Fazit zweier wissenschaftlicher Studien, die von den Tierversuchsgegnern Berlin und Brandenburg, einem Mitgliedsverein des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, veröffentlicht wurden.
In diesem Bereich der Suchtforschung werden Ratten alkoholabhängig gemacht und dann auf Entzug gesetzt, um Gehirn- oder Stoffwechselvorgänge oder Organschäden zu untersuchen. "Für die Tiere ist dies mit ungeheuren Qualen verbunden", so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverband Menschen für Tierrechte, "Diese Versuche sind grausam und ethisch unverantwortlich! Zudem ist dadurch für alkoholkranke Menschen keine Therapie-Verbesserung belegt."
Die Wahl der Ratte in der Alkoholforschung zum 'Versuchstier des Jahres' will auch die tierexperimentelle Grundlagenforschung öffentlich infrage stellen. Hier müsse sich kein Tierversuch am Nutzen für den Menschen messen lassen. Die tierexperimentelle Alkoholforschung mache deutlich, wie Forschung um ihrer selbst Willen betrieben werde, ohne maßgebliche Ergebnisse für kranke Menschen. "Die öffentlichen Gelder, die in diese Forschung mit Ratten fließen, wären an anderer Stelle wesentlich besser angelegt", kritisiert Simons. Vielfältige Möglichkeiten für Untersuchungen an gesunden und kranken Menschen sowie an pathologischem Material oder an Zellkulturen würden tatsächlich aussagekräftige Ergebnisse liefern und seien zudem ethisch unbedenklich.
Das 'Versuchstier des Jahres', das auf das Leid einer bestimmten Tierart im Labor aufmerksam machen soll, wird seit 2003 jährlich vom Bundesverband Menschen für Tierrechte ernannt. Es basiert auf Vorschlägen der Mitgliedsvereine des Verbandes. Die diesjährige Wahl der Jury fiel auf den Vorschlag der Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg, die auch am 21. April in Berlin eine Veranstaltung zum Thema initiieren.
Informationen: www.versuchstier-des-jahres.de




